Lang lang ist's her, seitdem ich mich zuletzt gemeldet habe. Im Wesentlichen liegt das aber daran, dass mich die Sache mit dem Haus ziemlich beschäftigt hat - wer wird mir das verdenken können?
Was ist passiert seit April? Zuerst kam die ganze Bemusterung. Das heißt, x-mal zum Fliesengeschäft, zum Sanitärhandel, zum Teppich-/Parkettgeschäft, Farben raussuchen, und wieder von vorne anfangen, weil irgendwas nicht mehr lieferbar ist, sich als zu teuer rausgestellt hat, doch nicht so gefällt, ... Dazwischen durfte man immer den Handwerkern in den Hintern treten, damit endlich die Angebote reinkommen. Die letzte Beauftragung - das war die Duschtrennwand - haben wir schlussendlich erst drei Wochen vor dem geplanten Einzugstermin in Auftrag gegeben. Und auch jetzt müsse wir noch eine Steckdose im Keller nachbeauftragen. 
Zwischenzeitlich hat sich das dann mit den Bauarbeiten ganz ordentlich gezogen. Wochenlang war niemand an der Baustelle, und wenn, dann wurden nur Kleinigkeiten erledigt. Zwischen Ende Mai und Anfang August wurden nur die Malerarbeiten durchgeführt und der Fliesenleger war da (zumindest kam uns das so vor). So kam es dann auch, dass sich der Übergabetermin, der für Anfang August geplant war, auf Ende August verschoben hat. Das hat uns in unseren Umzugsplänen zwar nicht nach hinten geworfen, aber war schon mehr als dämlich. Außerdem musste der Umzugstermin einfach gehalten werden!
Wir hatten es ja kommen sehen, aber von allen Seiten wurde uns immer wieder versichert, dass das schon klappten wird. "Herr P., der Bauleiter, hat bislang jeden Termin gehalten" hieß es. Dann war dies wohl der erste. (Die Leute vom Nachbarhaus sind aber auch schon sehr angefressen ob dieser Salamitaktik, denn ihre Termine wurden auch nicht gehalten).
Zum Glück hat sich die Geschwindigkeit der Arbeiten danach deutlich erhöht - Teppiche, Parkett, Sanitär, die restlichen Malerarbeiten, die Treppe etc. gingen dann auf einmal ganz schnell. Und am 30.08. haben wir das Haus offiziell übernommen. Grade wurden noch letzte Arbeiten an der Fassade ausgeführt, die Gartenanlagen werden jetzt gemacht, das Gerüst wurde heute (hoffentlich) abgebaut, so dass demnächst der Punkt fertig erreicht sein dürfte. (Wenn die die ganze Zeit in dem Tempo geschafft hätten, hätten wir vermutlich schon im Juli einziehen können. Gar nicht drüber nachdenken!)
Ja, und dann kam der Umzug. Den hatten wir ja schon vor Wochen auf den 1. September gelegt, hatten entsprechend in der alten Wohnung alles ausgedünnt, in Kisten verstaut, Möbel abgeschlagen etc. Eine Nachmieterin für die Wohnung, die auch unsere Küche übernommen hat, haben wir nach längerem Suchen auch gefunden. Die wollte dann auch schon gleich zum 1. September rein, was uns zwar einerseits engegen kam (wir haben uns so einen Monat die Miete gespart und haben auch Nägel mit Köpfen gemacht, sind also nicht noch Wochenlang zurück in die Beutau gependelt), was uns andererseits aber auch einigen Stress verursacht hat (es musste ja unbedingt alles klappen!). Daher haben wir ein Umzugsunternehmen 4 Mann plus LKW damit beauftragt, uns bei unserem Umzug zu unterstützen (von denen schließlich 3 kamen).
Nachdem wir nun am Mittwoch das Haus übernommen hatten, haben wir am Donnerstag im Haus alles so weit vorbereitet, dass der Einzug stattfinden konnte, haben den Telefon-Anschluss verlegt bekommen etc. Anschließend haben wir in der alten Wohnung noch die letzten Sachen verstaut, haben die Lampen abgehängt etc. und diedie letzte Nacht dort verbracht. *schnüff*
Ja, und am Umzugstag sind wir dann morgens zum neuen Haus gefahren - und uns hat der Schlag getroffen. Da stand doch auf der Wendeplatte, auf der wir den LKW parken wollten, ein riesiger Kran, der Säckeweise Erde auf die Dächer zwecks Dachbegrünung gehoben hat! Und das, obwohl wir vorher extra noch beim Bauleiter nachgefragt hatten, ob wir an diesem Tag den Umzug machen können!
Zum Glück ließ sich dann doch noch alles ganz orgentlich regeln. Die haben ihre Erdsäcke (Bigpacks) einfach woanders abgeladen, haben palettenweise Bodenplatten weggehoben, so dass wir eine ordentliche Stelle zum ausladen hatten. Der Rest hat dann (zum Glück) auch gut geklappt - die Küche wurde montiert (leider ist noch eine Macke dran, so dass eine Arbeitsplatte getauscht werden muss), die Möbel und unser Zeugs wurden aus der alten Wohnung in den LKW und von dem ins neue Haus gehievt, ... also alles gut. 
Und jetzt sind wir dann inzwischen eine Woche im Haus. So langsam verschwindet der ganze Kruscht, wir haben Mülltonnen, die Waschmaschine und der Trockner funktionieren, der Schrank steht, die neuen Matratzen und Lattenroste wurden geliefert, die ersten Lampen hängen, ... So langsam kommen wir an. Die Liste der Dinge, die noch zu erledigen sind, ist zwar noch unendlich lang. Aber wir haben beschlossen, dass wir uns davon nicht einschüchtern lassen und jetzt erstmal ankommen.
Ist schon ein verdammt tolles Gefühl, so im eigenen Haus zu wohnen, ohne Vermieter - mit allen Konsequenzen, die das auch haben mag!