USA-Reise 2009 - Ein Fazit

Sunday, September 13, 2009

Halleluhja, das hat gedauert - wir sind schon wieder zwei Monate zurück, und es gibt noch immer keinen Abschluss-Bericht. Aber immerhin ist jetzt genug Zeit verstrichen, um ein fundiertes Fazit zu unserer USA-Reise abzugeben. Also, an die Arbeit! :-)

Um es vorweg zu nehmen: wir hatten eine verdammt gute Zeit in den Staaten, wir haben uns pudelwohl gefühlt, viel Geld dagelassen und dafür viele Erinnerungen und Erfahrungen wieder mit heimgenommen. Mal ganz abgesehen von über 50GB an Fotos :-)

Die Reiseplanung

Wir hatten ja bereits im Vorfeld sämtliche Hotels fix gemacht - teils über unser Reisebüro, teils direkt im Internet. Nun hatten wir sowohl im Reiseführer gelesen als auch von Bekannten gesagt bekommen, dass das ja gar nicht nötig sei und dass wir so unnötiger Weise viel Flexibilität aufgeben würden. Mag sein, dass das gestimmt hat und wir an vielen Stellen noch gute Hotelzimmer bekommen hätten. Allerdings hatten wir uns eine große Route vorgenommen und haben dabei zur Hauptreisezeit der USA etliche Nationalparks besucht, und das auch am Wochenende. Am Grand Canyon hätten wir z.B. tatsächlich keine Zimmer mehr bekommen. Und im Death Valley hätte ich auch nicht ohne Unterkunft stranden wollen, denn da gibt's nur ein einziges Hotel.

Da wir außerdem einige Attraktionen vorgebucht hatten (Helikopterflug am Grand Canyon, Cirque du Soleil-Show in Vegas, ...) oder zu fixen Terminen an bestimmten Orten sein wollten) hätte sich die Flexibilität ohnehin sehr in Grenzen gehalten. Wir waren andererseits heilfroh, immer einen fixen Punkt zu haben, den wir ansteuern konnten, ohne uns Sorgen um die nächste Übernachtung machen zu müssen. Das hat unsere Freiheit in unseren Augen sogar erhöht, denn so konnten wir auch erst mal bei Nacht irgendwo ankommen, ohne befürchten zu müssen, kein Zimmer mehr zu finden.

Mit den Hotels war natürlich auch die Route mitsamt der sich dort befindlichen Sehenswürdigkeiten vorgegeben - und ein Stückweit sogar, wie viel Zeit wir uns an einem Ort nehmen konnten. Haben wir uns dadurch gehetzt bzw. getrieben gefühlt, haben wir jemals den eindruck gehabt, irgendwo nicht bleiben zu können, wo wir gerne mehr Zeit verbracht hätten? Nein, ganz und gar nicht. Die Route hat wirklich perfekt funktioniert und uns immer genau dann die Zeit gelassen, wenn wir sie gebraucht haben. Einige Etappen waren zwar knapp (z.B. die zwischen Page und dem Monument Valley), aber trotzdem ausreichend - mit mehr Zeit hätten wir dort auch nicht mehr sehen können.

Der Flug uns das Auto

Wir sind seit vielen Jahren das erste Mal wieder mit der Lufthansa unterwegs gewesen. Vielleicht sind wir hier von diversen asiatischen Airlines verwöhnt (Thai, Cathay Pacific, Eva Air, um nur einige der letzten Jahre zu nennen), aber von der Lufthansa waren wir doch schwer enttäuscht. Der Flieger auf dem Hinflug (A340) war zwar top, allerdings hatte man vergessen, Kopfhörer mit an Board zu nehmen. Was nutzt mir nun das tolle Board-Entertainment-System mit Bildschirmen an jedem Platz, wenn ich trotzdem nur Stummfilme genießen kann? Und wie fühlt sich ein langer Flug an ohne Entertainment? Bescheiden :-X

Wir hatten uns dann beschwert und haben die Versicherung bekommen, dass man auf dem Rückflug ganz besonders auf das Entertainment achten werde. Pustekuchen - das war so eine richtig olle Boeing 747-400, die nur so winzige Bildschirme oberhalb der Gänge hatte. Und unserer war kaputt. Geile Sache das. Außerdem war das Essen richtig ungenießbar. Ich weiß nicht, wer diese Regel aufgestellt hat, aber die Rückflüge unserer Reisen waren bislang immer deutlich unangenehmer als die Hinflüge. Und meisten - so auch hier - ist der Hinflug längst nicht so ausgebucht wie der Rückflug. (Wenn das immer so wäre müsste Deutschland doch langsam aus allen Nähten platzen?!?)

Das Auto hatten wir über das Reisebüro bei Alamo, einem großen Autoverleiher, gebucht. Dort hatten wir eine Choice-Line, d.h. wir konnten uns vom Parkplatz ein beliebiges Auto aus der von uns gebuchten Kategorie auswählen. Dumm nur, dass da nur abgenudelte Kias mit abgefahrenen Reifen rumstanden. Von den aus dem Katalog als Beispiel angegebenen Jeeps und RAV4s war keine Spur zu sehen. Da wir aber wussten, dass das Auto für die nächsten vier Wochen unser zweites Zuhause werden würde, haben wir nochmal 300 US-$ in die Hand genommen und ein Upgrade auf die nächst höhere Kategorie gemacht.

Und das haben wir auch nicht bereut, denn der Ford Edge, den wir hatten, hat uns richtig Spaß gemacht. So viel, dass uns unser Auto hier daheim zwischenzeitlich gar nicht mehr so richtig gut gefallen mag. So ist das Leben. :-X

Die Straßen waren übrigens auch eine Freude zu fahren. Wir hatten nur einen einzigen Stau (in LA), überall sonst kamen wir flott voran. Auch wenn die Höchstgeschwindigkeit meist nur 65 Meilen pro Stunde betrug - dadurch, dass alle Autos dieselbe Geschwindigkeit gefahren sind, konnte man einfach den Tempomat einschalten und das Auto auf dieselbe Geschwindigkeit bringen wie die des Vordermanns, und schon schwamm man mit. Es gab keine langsamen LKW, die man ständig hätte überholen müssen (die waren nämlich genauso schnell wie man selbst), es gab keine Raser, die einen ständig bedrängt hätten ... sehr angenehm. Und auch die Straßen waren Top - Breit, guter Zustand und oftmals gar kein Verkehr. Besser ging's kaum!

Wo hat es uns am besten gefallen?

Schwer zu sagen, die Orte waren alle extrem unterschiedlich. Los Angeles, San Diego, Palm Springs, Phoenix, Las Vegas, San Francisco waren allesamt sehr sehenswert. San Francisco hatte aber eine ganz besondere Atmosphäre - wenn ich mir einen Ort dieser Reise zum Niederlassen wählen müsste, wär's wahrscheinlich dieser. Und die Nationalparks miteinander zu vergleichen geht schon mal gleich gar nicht - das wäre wie mit den Äpfeln und den Birnen. Ich finde jedoch, dass der Grand Canyon etwas überbewertet und überlaufen ist - Canyonlands war bestimmt nicht weniger eindrucksvoll, aber längst nicht so touristisch. Überraschenderweise fanden wir beide auch den Joshua Tree National Park sehr eindrucksvoll, obwohl wir diesen vorallem deshalb eingebaut hatten, weil er eben auf dem Weg lag - die Atmosphäre dort hat uns ziemlich beeindruckt.

Was würden wir, sollten wir die Route noch mal fahren, anders machen? Eigentlich nichts. Vermutlich würden wir nicht mehr ins Cedar Lodge Hotel in El Portal gehen. Das lag doch erheblich viel schlechter als zunächst vermutet. Außerdem fanden wir den Empfang sehr unfreundlich und waren etwas überrascht, dass keines der vielen Restaurants uns um 21:05 Uhr noch was zu Essen verkaufen wollten. Ansonsten war alles top!

The American Way of Life

(Jetzt ist mir gerade der Browser abgestürzt :-( Und das, was ab hier kommt, wird nun ein zweites Mal geschrieben :-().

Und wir haben wir uns nun gefühlt in den USA? Pudelwohl! Die Menschen waren allesamt sehr unkompliziert und freundlich, es war stets leicht, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Insbesondere in Kalifornien ist das Thema Umweltschutz inzwischen mit großer Priorität aufgenommen worden - Mülltrennung, Fahrgemeinschaften, Hybrid-Autos (wir haben noch nirgendwo so viele Toyota Prius gesehen wir dort!) und auch Windkraftanlagen gab es dort zuhauf. Natürlich, das Auto ist nach wie vor ein integraler Bestandteil der Kultur, aber das ist bei den dort zurückzulegenden Entfernungen auch kaum vermeidbar.

Kulinarisch waren wir schnell etwas gelangweilt von all dem Fast Food, und "echtes" Essen war oftmals nur schwer zu finden und kaum zu bezahlen. Aber wir haben uns durchgewurschtelt. Und spätestens ab San Francisco gab's auch wieder gutes Essen. :-)

Wie nächste Reise?

... wir uns erstmal nach Thailand bringen, und zwar über Weihnachten und Neujahr. Da waren wir schon laaange nicht mehr (nunja, ich zumindest). Aber in die USA will ich schon gerne auch demnächst wieder. Mal sehen, wie sich unser Budget so entwickelt :-)

Dieser Eintrag wurde geschrieben von Koki am Sunday, September 13, 2009 um 2:15 PM und ist abgelegt in Reisen.

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