In der U-Bahn, die hier in Stuttgart Stadtbahn heißt, passieren einem immer wieder die unerwartetsten Dinge. Marc meint dazu, dass da ja eh nur Spinner fahren würden, aber das lasse ich für gewöhnlich nicht so pauschal gelten, denn auch ich verbringe jeden Morgen und jeden Abend fast 40 Minuten in den Zügen der SSB, ohne dabei ein Spinner zu sein. 
Neulich jedenfalls stieg ein Mann ein, so Ende 30, etwas geknickte Haltung, etwas zu schmuddelige Klamotten, eine Baseball-Cap vom Typ "Werbegeschenk für unsere nicht so guten Kunden", Kassenbrille, irgendwie ein armer Schlucker. Soweit so gewöhnlich - also alles in allem der normale SSB-Kunde. Aber als er dann damit anfing, mit seinem Arzt zu telefonieren und in der vollen U-Bahn überaus bildhaft und für alle verständlich darüber berichtete, dass die Durchfälle jetzt etwas besser seien, die Konsistenz seines Stuhls heute morgen so und so gewesen sei (er beschrieb die Konsistenz recht anschaulich) und dass es noch eines der beiden Klistiere in Reserve habe ... das war schon etwas viel des guten. Da hatte Marc mal wieder - wie so oft - leider nur allzu recht.