Während ich hier in Bangkok in der Lounge sitze und auf den Weiterflug nach Phuket warte möchte ich die Zeit gerne nutzen und ein Zwischenfazit zu Myanmar verfassen.
Insgesamt kam uns Yangon - und sehr viel mehr haben wir nicht gesehen - im Vergleich sehr viel ärmer und schlechter entwickelt vor. Kein Wunder, wird das Land doch durch seine Regierung stark isoliert. Davon haben wir allerdings selbst nichts gesehen. Also keine Soldaten an Kontrollposten oder so. Einzig einige Handeln, die uns untersagt haben, ein sich im Verfall befindliches Gebäude aus der Kolonialzeit zu fotografieren. A propos: wo wir zwei Riesenkerle mit vor der Brust baumelnder Kamera aufgetaucht sind hatten wir die Aufmerksamkeit aller sicher. Trotzdem haben wir uns sicher genug gefühlt, dass wir uns auch abseits der Touristenpfade frei bewegen konnten. Aber so viele Touristen gab es ohnehin nicht.
Die Laboren (und insbesondere die Shwedagon-Pagode) haben uns sehr gut gefallen, wenngleich für uns da sehr schnell alles ähnlich ist. Für die kurze Zeit war es interessant. Sollten wir noch einmal eine Reise nach Myanmar machen, dann sicherlich auch zu anderen Orten, jedoch nicht ohne vorherige intensive Auseinandersetzung mit der dortigen Kultur.
War es nun richtig, in ein Land wie Myanmar zu reisen, oder haben wir damit nur die Militärregierung unterstützt? Ich meine, es war goldrichtig, insbesondere dann, wenn man etwas Geld unter die Leute bringt. Und allein der Block des Wirts, als er mit unseren Dollars in der Hand freudestrahlend zu seiner Frau gelaufen ist war mehr Wert als die 5$, die wir ihm gegeben hatten. Und er hatte das Geld sicherlich nötiger als wir.
Aber jetzt freue ich mich erst mal wieder auf Thailand!
Shwedagon (2)18.12.09 11:50
Wie schon beschrieben waren Touristen auf der Pagode in der Minderheit. Vorallem Moenchen in roten oder gelben Gewaendern haben das Bild gepraegt, aber aber Birmesen jeden Alters. Dazu gab es noch diverse fremdartige Gestalten, z.B. einen Mann, der auf dem Boden sass, und den ganzen Tag direkt in die Sonne schaut, als Zeichen seiner Ergebenheit zu Buddha. Oder einen Eremiten, der langsam durch die Menge geschritten ist.
Wir waren an dem Tag zwei mal in der Pagode - einmal Vormittags (schoen, aber sehr heiss), und einmal zum Sonnenuntergang, als die goldene Pagode durch Scheinwerferlicht erhellt wurde. Dadurch, dass das alles echtes Gold und nicht nur Goldfarbe war hat die Pagode eindrucksvoll im Licht geglaenzt!
Gegen spaeter hat mich dann noch ein Moench durch die Pagode gefuehrt (was ich natuerlich durch eine Spende ausgeglichen habe) und mir einige besonders interessante Stellen gezeigt, an denen man z.B. den Glanz und das Farbspiel der mit Edelsteinen besetzten Spitze der Pagode besonders gut sehen konnte.
Bago17.12.09 14:15
Heute sind wir ins ca. 70 km nördlich von Yangon gelegene Örtchen Bago gefahren. Bei den hiesigen Straßenzuständen hat das knapp zwei Stunden pro Richtung gedauert und uns in etwa mit derselben Dreckmenge konfrontiert, wie es eine Stange filterloser Roth-Händle Zigaretten getan hätte. Die Autos sind nämlich fast alle auf dem technischen Stand von vor 30 Jahren. Klimaanlage,Sicherheitsgurte, Katalysator, TÜV - Fehlanzeige. Kurzum: es qualmt und stinkt alles um die Wette, und wir mittendrin, bei offenen Fenstern.
Angesehen haben wir uns noch mal eine Reihe von Pagoden, die zwar alle schön waren, mit der Shwedagon-Pagode von gestern leider aber gar nicht mithalten konnten. Einzig eine am Wald gelegene und von zahllosen Kindern und Jugendlichen bevölkerte Pagode hat es uns wirklich angetan.
Mittags waren wir in einem lokalen Restaurant - die spielen hier nochmal in einer ganz anderen Liga als in Thailand, wo ich ja ziemlich bedenkenlos in jedes Resto gehe. Hier war das schon ein Erlebnis. Am beeindruckendsten fand ich aber den Weg zum WC, der durch die hinter dem Gastraum gelegenen Bereiche geführt hat. Leute, ein Museumsdorf ist nichts dagegen. Ich wollte dort nicht fotografieren, aber die Frauen haben auf dem Boden gesessen und Wäsche gewaschen, Gemüse geschnitten, dazwischen sind die Tiere und die Kinder rumgesprungen. Alles einfach aus Holzdielen zusammengebaut. Okay, das beschreibt sich schlecht, für uns hatte das aber was von Mittelalter.
Im Moment sind wir beide ziemlich erledigt und wollen heute früh ins Bett gehen. Morgen Mittag gehts dann ja auch wieder zurück nach Thailand.
Die Shwedagon-Pagode16.12.09 14:14
Heute morgen sind wir zeitig aufgebrochen, um die berühmte Shwedagon-Pagode zu besuchen. Und obwohl das auch zu Fuß gegangen wäre (haben wir gestern Abend auch gemacht, als wir in die Nähe der Pagode gegangen sind) haben wir diesmal ein Taxi genommen, da wir unser Pensum an schmerzfreien Füßen nicht durch unnütze Wege aufbrauchen wollten. Wie recht wir hatten!
Die Shwedagon-Pagode ist ein buddhistisches Bauwerk, das auf einer Anhöhe innerhalb vom Yangon liegt. Zentrales Element ist eine mit zig Tonnen Gold verzierte Stupa, an deren Spitze etliche Diamanten funkelten. Das ganze wird umgeben von zahllosen Nebentempeln und -gebäuden.
Touristen sind an der Pagode definitiv in der Minderheit. Das großen der Besucher sind Mönche und Einheimische, die hierher kommen um zu beten und den Heiligen zu huldigen.
(Ich schreibe morgen weiter, mir bricht gerade ständig die Verbindung ab. ...)
Gemütlich15.12.09 14:27
Wir sitzen gerade in der Lobby unseres Hotels (denn nur hier gibt es W-Lan), trinken Tee und naschen mitgebrachte Spekulatius. Im Hintergrund dudelt eine Kapelle Weihnachtslieder (im Moment: Stille Nacht). Dazu blättern wir durch den Reiseführer und planen den morgigen Tag. Herrlich!
In Myanmar angekommen15.12.09 13:24
Wir sind nun in Myanmar angekommen, und es gibt sogar Internet. Das mag zwar gefiltert sein (das ist hier auch das Trinkwasser aus der Flasche), aber es funktioniert!
Insgesamt ist das hier aber schon ganz schoen anders als in Thailand. Deutlich aermlicher, sehr auf US-Dollars fixiert, und doch auch sehr schoen. Heute Nachmittag sind wir in Richtung der beruehmten Schwedagon-Pagode gelaufen und haben die dortige Atmosphaere in uns aufgenommen. Yangoon - immerhin eine Stadt mit mehreren millionen Einwohnern - kommt uns bislang sehr gruen vor, waeren da nicht ueberall diese 20-30 Jahre alten PKWs, die vor sich hin russen. Heftig!
Ich konnte mir bislang nicht vorstellen, dass es Laender gibt, in denen es keine Coca-Cola gibt (es gibt diese hier nur inoffiziell), und das besorgen einer Dose Sprite war auch eher abenteuerlich
Interessant ist auch, dass wohl ein Grossteil der Touristen, die Myanmar bereisen, aus Deutschland zu kommen scheint. In unserem Flieger aus Bangkok sassen lediglich ein paar Einheimische - und der Rest war fast ausschliesslich mit deutschsprechenden Touristen besetzt.
Unser Hotel - angeblich das Beste der Stadt - ist allerdings beim besten Willen maximal als mittelmaessig zu bezeichnen. Aber - andere Laender, andere Standards.
Am Flughafen15.12.09 05:08
Wir sitzen jetzt gerade am Tage und warten darauf, dass das Boarding beginnt.
In Myanmar werden wir vermutlich keinen Internet -Zugang haben. Also keine Sorge, wenn hier die nächsten Tage keine Updates erfolgen!
Bangkok war wie immer ein Erlebnis. Gestern hatte ich dazu auch schon einen langen Bericht geschrieben, bei dem leider das Speichern nicht geklappt hat.
Planung04.12.09 09:40
Wir haben - ehrlich gesagt - kaum eine Vorstellung, was uns in Myanmar (Burma) erwarten wird. Nach den Berichten, die wir gehört haben, muss Yangoon ein bisschen so sein wie Bangkok vor 40 Jahren, mit vielen Tempeln und einer spannenden Geschichte.
Wir hatten uns zwar anfangs überlegt, weiter in das Land hineinzureisen (z.B. nach Bagan), aber das hätte viel Zeit und noch viel mehr Geld gekostet. Zudem hätten wir dort eine vernünftige Malaria-Prophylaxe benötigt, und wenn ich sowas mache, dann nicht nur für drei Tage oder so. Daher nur Yangoon.
Derzeit liegt noch kein Kommentar vor. Verfasse den ersten!